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Wie oft ich schon gehört habe: Wer mehr im „Hier und Jetzt“ lebt, ist glücklicher und zufriedener. Ja ok, klingt erst mal ganz logisch. Aber in der Umsetzung blieb mir diese Sache immer eher ein Rätsel. Vor allem, weil ich meistens nur ein Gefühl von absoluter Langeweile dabei empfunden habe.

Nachdem ich dieses Zitat gelesen habe, ist es mir immer und immer wieder im Alltag in meinen Kopf gekommen. Und plötzlich habe ich diese Sache mit dem Hier und Jetzt verstanden. Und das Ergebnis hatte erst mal noch nichts mit mehr Glück oder Zufriedenheit zu tun. Sondern mit viel weniger Stress im Alltag.

Mein Tag zu diesem Zitat:

Ich stehe auf, gehe unter die Dusche und sollte eigentlich schon längst in der Arbeit sein. Anstatt die wohltuende Brause zu genießen, spiele ich mehrmals meinen ganzen Tag in angespannten Gedanken durch.

Sobald ich in der Arbeit bin, checke ich meine Mails als erstes und wünsche mir nichts mehr, als dass ich diese Flut von Zeilen und Zeichen endlich beantwortet habe. Mist – wenn man von unten abarbeitet, kommen oben ja nur wieder welche drauf. Das wird gefühlt nie ein Ende nehmen. Also beschließe ich, mich der Aufgabe zu widmen, auf die ich mich schon die ganze Woche freue. Und los!

Nach 30 Minuten, gerade im Flow angekommen, knurrt mein Magen so laut, dass ich anfange mir die schönsten Mittagsmenüs auszudenken. Ich wäre jetzt wirklich gerne beim Asiaten gegenüber, um mit der M13 meinen Hunger zu stillen.

Nach dem heiß ersehnten Mittagessen geht es weiter zu einem Termin am anderen Ende der Stadt. Weil es knapp ist, sitze ich im Auto – obwohl ich das mit meinem Umweltbewusstsein gar nicht vereinbaren kann. Meine Gedanken kreisen um das Gespräch, das ich bei diesem Termin führen werde. Während im Hintergrund Radio2day trällert, schwinge ich euphorisierende Reden und tüte absolut professionell den neuen Katalogentwurf beim Kunden ein (Mich selbst niedermachen und mich verrückt machen mit panischen Gedankenspiralen, bei denen alles schief geht, habe ich schon länger aufgegeben).

Einfach nur im Hier und Jetzt im Auto zu sitzen, wäre ja langweilig. Meine Gedanken entertainen mich zusammen mit dem banalen Sound drittklassiger Funklieder. Bis ich mich in einem Pulk von immer langsamer fahrenden Autos befinde. Stau. Hier und Jetzt mit 0 km/h.

(Das mit dem beschimpfen und aggro werden, in einer Situation die ich nicht ändern kann, habe ich auch schon länger aufgegeben. Zum Glück …)

Aber JETZT will ich nichts mehr als NICHT HIER sein. Ob beim Termin, bei einem Kaffee, in der Badewanne, im Kino … egal. Nur nicht Hier und schon gar nicht Jetzt! …

Dieser Tag ging weiter. Und viele andere auch.

Seit ich dieses Zitat gelesen habe, versuche ich nicht mehr im Hier und Jetzt zu sein. Aber ich versuche, weniger woanders sein zu wollen. 

Weil ich merke, dass es in mir einen unglaublichen Stress auslöst. Der sich, wenn ich genau darauf achte, im ganzen Körper bemerkbar macht.

Ich hoffe dieses Zitat inspiriert dich – wie mich – mehr das zu genießen, was du gerade tust. Das braucht ein wenig Übung. Aber es lohnt sich, weil es so viel entspannter und stressfreier ist, weniger woanders sein zu wollen. Sowohl beim großen Ganzen des Lebens, als auch bei den kleinen Dingen des Alltags. Für ein „gelungenes“ Hier und Jetzt reicht nämlich manchmal schon ein drittklassiger Funksong aus dem Radio.

Hab einen guten Tag mit vielen Erfolgen! Und vergiss nicht das, was dir wirklich Freude bereitet und dir Energie gibt, als erstes zu tun.

Greeez und bis nächste Woche — Julia

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